„Willkommen in Manderscheid“

So bennnen Ute Förster von der evangelischen Gemeinde, Diakon Andreas Baumeister von der katholischen Pfarrei St. Hubertus Manderscheid, Stadtbürgermeister Günter Krämer und Andrea Stark seit der Zuweisung erster Flüchtlinge in Manderscheid ihre Initiative. 66 Flüchtlinge wohnen zurzeit in der Stadt Manderscheid. Diese begrüsst man mit dem Slogan "Willkommen in Manderscheid“. 

 
Ute Förster (Mitte) geht es beim Unterricht für Fortgeschrittene
beim Thema "Hausordnung" darum, mit 
Meseret (Eritrea),
Prisca (Südafrika), Meleake, Kesete und Eyob (alle Eritrea), Faysal (Somalia)
und Romany (Ägypten) (v.l.n.nr.) Alltagssituationen in Deutschland zu erabeiten.

Manderscheid. Bücherei der Pfarrei St. Hubertus.
An dem improvisierten Flipchart hängen, vom Lehrer handschriftlich auf einem DIN-A0 großen Blatt untereinander aufgeführt, die Tun-Wörter kaufen, gehen, laufen. Davor am Tisch suchen sich in einer Runde sieben Schülerinnen und Schüler, altersmäßig bunt gemischt, die auf farbigen Zetteln gewünschten Ergänzungen zu den Wörtern und kleben sie davor und dahinter. „Deutsch für Anfänger“ heißt die von dem pensionierten Grundschullehrer Helmut Hartmann angebotene Unterrichtseinheit. Er erklärt: „Zuerst ist ein deutsches Wort für jemanden, der unsere Sprache überhaupt nicht kennt, eine mehr oder weniger exotische und sinnleere Lautkombination. Um diese mit Sinn zu füllen, muss ein Bild das deutsche Wort mit dem entsprechenden Begriff in der Muttersprache des Lernenden verknüpfen. Das gelingt bei Namenwörtern wie Haus, Hand, Hund, Baum leichter als bei den durch Tun-Wörter benannten Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände. Hier versuche ich die Konjugation durch die farbigen Zettel zu erarbeiten“. 

66, meist junge Leute aus Somalia, Syrien, Eritrea, Afghanistan, Tschetschenien, Armenien, Iran, Irak, Serbien, Kososvo und Albanien wohnen zurzeit in Manderscheid. Annegret Schmitz vom Sozialamt der Verbandsgemeinde Wittlich-Land erklärt: „Das sind sieben Prozent der dem Kreis Bernkastel-Wittlich zugewiesenen Flüchtlinge, die von der VG zu übernehmen sind. Sie leben nach Zuweisung von uns in angemieteten privaten Wohnungen in der Stadt Manderscheid“. 

"Willkommen in Manderscheid“ haben Ute Förster von der evangelischen Gemeinde Manderscheid, Diakon Andreas Baumeister von der katholischen Pfarrei St. Hubertus Manderscheid, Stadtbürgermeister Günter Krämer und Andrea Stark ihre Initiative benannt, als die Zuweisung erster Flüchtlinge in Manderscheid anstand. Diakon Andreas Baumeister erklärt die jetzt aktuelle Organisation: „Die Ortsgemeinde stellt uns mit dem alten Kindergarten und die katholische Kirchengemeinde Manderscheid mit der Bücherei die Räumlichkeiten für die Sprachtreffs zur Verfügung. Immer dienstags von 15 bis 18 Uhr ist in den Räumen des alten Kindergartens das „Cafe Vielfalt“ geöffnet. Hier ist Treffpunkt für unsere Neubürger, für alle an unserer Initiative Beteiligten und Interessierte. Langfristig soll das „Cafe Vielfalt“ Begegnungort für alle  Manderscheider und Interessierte werden.“ 

Neben der Begleitung der ersten Schritte in Manderscheid ist die Vermittlung der deutschen Sprache das wichtigste Anliegen des Teams. Ute Förster erklärt: „Zur Zeit nehmen 26 Flüchtlinge an unseren Deutsch-Kursen teil. Wir unterscheiden nach Anfängern, fortgeschrittenen Anfängern und Fortgeschrittenen.“ Andrea Stark betreut einen zusätzlichen Sprachtreff im Kindergarten MIDALE sowie ein internationales Frauenfrühstück. Diese Angebote werden zurzeit von Frauen aus zwölf Nationen besucht. In geschütztem Rahmen sind hier das Einüben der eutschen Sprache wie auch der Austausch über persönliche Anliegen möglich.